Work

Arbeitsschwerpunkt

Im Verlauf meines Studiums kristallisierte sich schnell heraus, dass mein Interessenschwerpunkt im Bereich der Neuen Medien angesiedelt ist. Innerhalb der Fotografie richtete sich lange Zeit mein Hauptaugenmerk auf das Aufspüren und Festhalten lebensnaher Sujets, der Dokumentation realer, alltäglicher und nicht inszenierter Lebenswelten. In der Auseinandersetzung mit Alltagswelten manifestierte sich mehr und mehr ein Interesse an dem immanentesten aller Dinge in der Fotografie: Licht.

Licht schafft Punkte der Wahrnehmung, symbolisiert Energie, spendet Eindrücke von Kälte und Wärme, es vermittelt Gefühl und vermag es verborgene Welten zum Vorschein zu bringen.

Rückblickend auf meine Arbeiten stelle ich fest, dass es vor allem die Finsternis ist, die in Form von großen Schwarzanteilen Einzug in meine Bilder erhalten hat. In meinen Untersuchungen des Lichts habe ich mich dessen ursprünglichster Form – der Sonne – entzogen und in der finsteren Nacht künstlerische Anlässe gesucht und gefunden.
Die Dunkelheit ist es, welche uns die Bedeutung des Lichts vor Augen führt. In umgekehrter Weise braucht das Licht die Finsternis als Referenz, um uns seine Leuchtkraft vorzuführen und seine Magie zu entfalten. Die Dunkelheit der Nacht und die lichtfernen Orte in meinen Arbeiten entheben das Licht seiner alltäglichen Selbstverständlichkeit.

Kopfkino

Das Bild entsteht zunächst in Form einer vagen Vorstellung in meinem Kopf. Anstoß, kann ein spezieller Ort, eine Geschichte oder Gesprächsfetzen sein, irgendetwas, dass meine Aufmerksamkeit erregt. Gedanklich spiele ich die Szene an verschiedenen Orten und in verschiedensten Situationen immer wieder ab. Es entstehen Versionen, welche ich durch gezielte Recherchen immer weiter entwickle. Mit diesen Versionen wächst ein Bildindex welchen ich schriftlich sowie skizzenhaft festhalte. Oft kommt erst Tage später, während einer banalen Tätigkeit die zündende Idee, mit der ich die Vision visualisieren kann. Vor Ort bediene ich mich der Requisiten des Bildindexes um die Szene zu arrangieren. Je nach Klarheit meines gedanklichen Bildes agiere ich nun intuitiv und spontan an Ort und Stelle, bis ich dieses ,im Kasten habe‘.

Detaillierte Inszenierung statt digitale Photomontage

Um dem Eindruck vorzubeugen, es handle sich bei manchen Arbeiten um digitale Photomontagen, möchte ich mich davon distanzieren. Ich bemühe mich die Fotografie als ein klassisches Handwerk zu betreiben. In meiner Arbeit mit der Kamera löse ich mich im manuellen Umgang mit dieser von jeglichen Automatiken und nutze auch die digitale Bildbearbeitung lediglich zur „digitalen Bildentwicklung“ meiner Rohdaten.

Es war einmal

In meinen neuen Bildern tauche ich in die magische, schaurig-schöne Märchenwelt ein. Ein Jeder von uns trägt in seinem kollektiven Bildgedächtnis eine mehr oder weniger konkrete, visuelle Vorstellung der Märchenwelt und ihren Protagonisten in sich. Erzählungen, Lesungen, Illustrationen oder Verfilmungen nähren diese Phantasiekonstrukt und kreieren diese Bilder. Anknüpfend an traditionelle Elemente dieser Geschichten bediene ich mich ihrer Symbolik und beraube sie Ihrer Klarheit. Die simplifizierten Pole „Gut“ und „Böse“ werden durch den Einbezug von Gegenwärtigem aufgebrochen, ins „Hier und Jetzt“ geholt und zugleich durch eine märchenhaft-mystische Inszenierung ins Surreale enthoben.
Rotkäppchen. Naiv? Gutgläubig? Schneewittchen muss sich nicht länger vor Neidern in acht nehmen. Die Schönheit ist ihr zu Kopf gestiegen. Die Tierwelt – nicht länger auf der Hut, längst auf dem Vormarsch. Das happy end – ungewiss. Kurzum: Die Märchenwelt wird auf den Kopf gestellt!

Mein Fotografische Arbeit umfasst ein Archiv mit zur Zeit mehr als 250 000 Fotografien und wächst stetig. Selbst ich habe noch nicht alle Arbeiten gesichtet, geschweigedenn verwertet. Meine künstlerische Arbeit genießt Priorität. Daher sehe ich die Arbeit an meiner Internetpräsenz als ein notwendiges Übel. Der unvorstellbar enorme Arbeitsaufwand der Erstellung und Pflege eines Internetauftrittes raubt der künstlerischen Arbeit unglaublich viel Zeit und genießt daher nur sekundäre Aufmerksamkeit. Dennoch bemühe ich mich einen groben Einblick in meine künstlerische Arbeit zu gewähren und diesen bei Zeiten zu aktualisieren.